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Das Universum wird dekadent (Chronator 92, Juni 2000)

Desinteresse macht sich breit in den Weiten des Universums. Die Alten und die Reichen wissen nicht wohin mit ihrem Geld und bekriegen sich daher gegenseitig. Was soll man auch sonst den ganzen Tag tun? Die Neuen haben haeufig nur einen - weitgehend vorgegebenen - Weg, einen Fuss in die Tuer der "High Society" zu bekommen: freie Zone suchen, hoffen, dass der Imperator, dem sie gehoert, gnaedig ist, und dann pflanzen oder Bodenschaetze suchen.
Wo sind die neuen Ideen? Wo die Initiativen, die unser jaehrliches Informationsmedium bereicherten? Der Chronator ist leer; niemand hat etwas zu berichten. Keiner hat eine Frage, und wenn doch jemand mal eine hat, dann wird sie nicht gestellt. Angst der Kleinen, Hochmut der Grossen.
Handel mit Informationen? Unmoeglich, jeder huetet sie wie einen Schatz, und weit verbreitetes (berechtigtes) Misstrauen verhindert sowohl Erwerb als auch Verkauf.
Handel mit Waren? Geht nicht mehr, seit die juengsten Engpaesse bei allen Handelsstationen aufgetreten sind: Fuer kleine Mengen lohnt sich der Weg nicht, und auf grossen Mengen leibt man sitzen, wenn man Pech hat.
Auftragnehmer bei der Transall Cargo? Fehlanzeige. Die Bezahlung ist zu gering, der Zeitdruck zu gross, die geforderte Lagerkapazitaet enorm, die Wege weit.
Gesellschaften gruenden? Das war mal modern, aber ist nicht jedermanns Sache. Die Alten machen das manchmal, um Namen und Besitztuemer zu verschleiern. Die Neuen, denen es weit mehr nuetzen wuerde, lassen es bleiben. Warum auch immer.
Imperator werden? Gibt es etwas Langweiligeres als das? Regieren, Steuern berechnen, andere Imperatoren belaestigen. Alles Spannende ist den Freischaffenden vorbehalten, die letzten Endes viel maechtiger sind als ihre "Herrn".
Was bleibt? Der Kampf. Der ist leider den Maechtigen vorbehalten, die das als eine Art Unterhaltung betreiben. Die Physik unseres Universums hat es bestimmt, dass es beim Kampf zweier Schiffe auf Masse ankommt: je fetter, desto besser. Eben war der Scanner noch frei von jedwedem Anzeichen von Gefahr, da kommt ein Schlachtschiff mit dreissigfacher Lichtgeschwindigkeit aus dem Nichts und pulverisiert das arme Ding. Die Ingenieure des Kreuzers muessen nicht einmal neu neu lackieren hinterher.
Das Universum ist langweilig geworden. Bewohner bringen sich aus Spass gegenseitig um. Knorrly und die Djarkards sind die einzige Unterhaltung, die uns geblieben ist.
Nun, beklagen kann sich bekanntlich jeder. Ich will einen Versuch starten, etwas zu tun:
  1. Der erste, der sich bereiterklaert, die bestehenden Sternkarten zu aktualisieren und neue zu zeichnen, bekommt alle Planetendaten, die ich habe, kostenlos! Ausserden helfe ich bei der Vermarktung, wenn das gewuenscht wird.
  2. Ich finanziere die erste gute Newbie-Geschaeftsidee, die mir eingereicht wird, mit einem zinslosen Kredit und tilgungsfrei in den ersten 5-10 Jahren. Einfach nachfragen!
PeterGallert@lycosmail.com (Pegasus)


© 2000 Peter Gallert, zuletzt aktualisiert am 5. Dezember 2000